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Das Ende vom Ende der Welt

Mittwoch, 29. Juni 2011, 03:14 Uhr

WhangamomonaSeit dem Jahr 1989 gibt es in Neuseeland ein Land im Land. Die "Republic of Whangamomona". Dieses gerade mal 400 Einwohner messende Dorf beschloss nach einigen Streitigkeiten mit den beiden Bezirksregierungen auf dessen Grenzen es liegt, seine Unabhängigkeit aus zu rufen. Seitdem wird alle zwei Jahre ein Unabhängigkeitsfest gefeiert, bei dem weit mehr als die 400 Einwohner mit ihren Feierlichkeiten die Nähte des Dorfen zu sprengen zu drohen. Als ich nun am 17.5.2011 auf dem "Forgotten World Highway" durch dieses Dorf und zugleich Republik fuhr, glich dieses mehr einer Geisterstadt als irgendetwas anderem und auch die angekündigte Passkontrollstelle (siehe Foto) war nicht besetzt.

Der Forgotten World Highway führt einen vom erhabenen Mount Taranaki, den ich aufgrund von Regen, Sturm und Nebel leider nicht zu Gesicht bekam, durch einen recht unberührten Teil der zentralen Nordinsel bis nach Taumarunui, was dann wieder an einer der Haupt Nord-Süd-Verbindungen liegt und mehr oder weniger nichts zu bieten hat. Ganz im Gegenteil zu dieser tollen Nebenstrecke die einen Streckenweise am Wanganui River entlangführt, einem der am besten per Kanu oder Kajak befahrbaren Flüsse in Neuseeland und der einen in Regionen bringt die ansonsten nur mit Beinschmalz zu erreichen sind, wie z.B. die Bridge to Nowhere. Diese Brücke war vor einiger Zeit für eine geplante Straße über den Wanganui River gebaut worden, wogegen es nie zum Bau der Straße kam. Seitdem steht mitten im Regenwald eine Brück ohne jeden erkennbaren Sinn, die sich inzwischen aber zu einer Touristenattraktion aufgeschwungen hat.

Meine allerletzte Nacht in meinem Auto (das wusste ich damals aber noch nicht) war die Verregnete Nacht vom 17.5. auf den 18.5.2011 nahe einer Straße zum Pureora Forest Park. Abgesehen von einer leichten Unruhe, das der Bach neben mir über die Ufer treten würde, verlief die Nacht total ereignislos. Am nächsten Morgen fuhr ich ohne große Unterbrechungen nach Hamilton durch, wo ich mich gleich mal ans Telefon hängte um einen Job für die nächsten Wochen in Auckland zu ergattern. Ich hatte auch ziemlich schnell Erfolg und fand einen Job für mich und einen Hamburger Freund mit der ebenfalls kurz vor der Abreise aus Neuseeland stand. Guter Dinge fuhr ich noch am selben Abend nach Auckland damit wir unseren neuen Job und unser neues zu Hause für die nächsten drei Wochen am nächsten Morgen gleich beziehen konnten.

Als wir an dem Haus ankamen war unsere Arbeitgeberin nicht da, sondern nur ein anderer Backpacker der das Hüten der Kinder für die Tagesmutter übernommen hatte. Bei unserem Job sollte es sich vor allem um Gartenpflege und Hund ausführen handeln. Bei dem Gespräch mit dem Backpacker stellte sich schnell heraus, dass die Arbeitsverhältnisse katastrophal für uns sein würden. Da wir für 4-5 Stunden täglicher Arbeit nur eine Unterkunft gestellt bekommen sollten, hatten wir zumindest ein eigenes Zimmer für uns beide erwartet um auch mal ein wenig Ruhe zu haben. Stattdessen wurde uns nun eröffnet, dass wir auf zwei Pritschen im Wohnzimmer schlafen sollten und diese mit den Kindern teilen sollten. Hinzu kam noch, dass wir das Haus aus rechtlichen Gründen zwischen 8 Uhr morgens und 6 Uhr abends wegen der Kinder nicht betreten dürften. Nach einiger Überlegung entschieden wir uns deshalb diese Stelle sausen zu lassen und uns nach weiteren Angeboten um zu schauen.

BluesDie nächsten drei Tage waren die reinste Frustration. Wir fuhren, liefen und telefonierten ununterbrochen herum und versuchten in Hostels, Hotels und anderen Einrichtungen uns eine Unterkunft zu verdienen. Leider ist Auckland mit dem größten Internationalen Flughafen auch gleichzeitig der Start- und Anfangspunkt für die meisten Backpacker und deshalb fanden wir nichts als Absagen. Dem ganzen wurde noch die Krone aufgesetzt, als ich mal wieder Kontakt mir einem Angebot aufnahm und ich als Antwort zurück bekam, dass sie bereits von uns gehört hätte und das wir doch gefälligst in Hostels bleiben sollten. Am dritten Abend, nachdem wir von der Tagesmutter weggefahren waren, gingen wir zu einem Rugbyspiel um unsere Laune ein wenig auf zu heitern und beschlossen im Anschluss uns am folgenden Tag ein gemütliches Hostel zu suchen um dort die restliche Zeit zu genießen anstatt sich verrückt zu machen.

Wir fanden schließlich ein tolles Hostel im alternativ angehauchten Stadtteil Ponsonby der auf einer Hügelkuppel oberhalb von Auckland Central City liegt aber trotzdem nur 30 Minuten zu Fuß von dieser entfernt liegt. Dort mieten wir uns gleich für eine Woche ein und verbrachten diese dann mit abschließenden organisatorischen Dingen wir Steuererklärung einreichen, Auto verkaufen und Weiterreise organisieren. Da ich bei meiner Ankunft Auckland eher verabscheut habe, versuchte ich dieses Image ein wenig zu ändern und nachdem wir einige er Strände und etwas entlegeneren Regionen erkundet hatten gefiel mir die Stadt und die Umgebung immer besser.

Auckland HarbourNachdem die Woche beinahe schon herum war entschied ich mich dafür mein Auto an einen der Arbeiter von meiner ersten Farm zu verkaufen. Mit einem kurzen Telefonat bei dem beide Seiten nicht ganz nüchtern waren, handelten wir einen Preis von $1200 aus was ca. $800 unter meinem Einkaufspreis liegt. Dazu muss ich aber sagen, dass es zu dieser Jahreszeit so viele Autos von den ganzen abreisenden Backpackern gibt und das deshalb die Preise verständlicher Weise tief in den Keller rutschen. Ich machte mir dem Käufer aus, dass wir uns auf halber Strecke zwischen der Farm und Auckland treffen würden und so fuhr ich am 28.5. nach Tauranga wo ich eine Nacht verbrachte und wir die Übergabe perfekt machten. Da ich aber auch wieder zurück nach Auckland wollte und ich kein Geld für eine Busfahrt ausgeben wollte, stellte ich mit meinem Daumen an die Hauptstraße und wurde nach 20 Minuten von einer Frau mitgenommen die ebenfall nach Auckland wollte. Das ganze ging sogar soweit, dass sie mich beinahe direkt vor meinem Hostel absetze. Leider war diese Nacht auch die letzte Nacht für meinen Hamburger Freund in Neuseeland und so stießen wir noch ein letztes Mal auf die tolle Zeit an, die nun hinter uns lag.

Meine letzte Woche in Neuseeland verbrachte ich mit genießen. Ich lebte wieder in dem gemütlichen Hostel und unternahm viele Dinge mit dem wunderbaren Menschen die ich dort kennenlernte und die mir vor allem die verborgenen Winkel der Aucklander Innenstadt näher brachten und somit meine letzten Vorurteile aus dem Weg räumten. Als schließlich der vorletzte Abend gekommen war, setzten wir uns alle nochmal zusammen und obwohl ich wusste, dass meine Zeit in diesem wunderbaren Land nun zu Ende geht fühlte ich mich nicht traurig oder niedergeschlagen. Tatsächlich kam dieses Gefühl erst auf als ich am übernächsten Morgen im Flieger saß und unter mir das land der „langen, weißen Wolke“ langsam der Tasmanischen See wich die Neuseeland und Australien, meiner neue Heimat, von einander trennt.


Bisher 2 Kommentar(e) vorhanden:

#1 Generate License Keys schrieb am 01.02.2012, 15:37 Uhr:

Super Seite. Vielen Dank.

#2 Viagra kaufen schrieb am 01.02.2012, 15:38 Uhr:

Super Webpage. Danke.

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